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AfD-Bundesparteitag am 4. und 5. Juli 2026 in Erfurt
Der Parteitag
Der Bundesparteitag fand auf dem Messegelände in Erfurt statt. Etwa 600 Delegierte kamen zusammen, um turnusgemäß einen neuen Bundesvorstand zu wählen. Im Mittelpunkt standen insbesondere die Wiederwahl der Parteivorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla sowie weitere Vorstandswahlen. Der Parteitag begann trotz angekündigter Proteste und Blockaden pünktlich. Viele Delegierte waren bereits in den frühen Morgenstunden angereist, um mögliche Verkehrsbehinderungen zu umgehen.
Warum Erfurt?
Die Wahl Erfurts war politisch besonders umstritten:
- Thüringen gilt als Hochburg der AfD.
- Der Landesverband wird stark mit Björn Höcke in Verbindung gebracht.
- Kritiker sahen in der Ortswahl eine symbolische Demonstration der parteiinternen Machtverhältnisse.
- Zusätzlich fiel der Parteitag auf den 100. Jahrestag des ersten NSDAP-Reichsparteitags nach dem damaligen Parteiverbot, was breite Kritik auslöste. Die AfD wies entsprechende Vorwürfe zurück.
Die Proteste
Rund um den Parteitag fanden zahlreiche Gegenveranstaltungen statt.
Nach Angaben der Polizei beteiligten sich zeitweise etwa 20.000 bis über 30.000 Menschen, während Veranstalter der Proteste sogar bis zu 50.000 Teilnehmer angaben.
Zu den Protesten hatten unter anderem aufgerufen:
- Gewerkschaften
- Kirchen
- Demokratieinitiativen
- antifaschistische Bündnisse
- Parteien und zivilgesellschaftliche Organisationen
Geplant waren Demonstrationen, Menschenketten, Kundgebungen sowie Sitzblockaden.
Blockaden
Mehrere Bündnisse versuchten, den Zugang zum Messegelände zu erschweren.
Dabei kam es unter anderem zu:
- Sitzblockaden auf Straßen
- Blockaden wichtiger Zufahrten
- Behinderungen auf der Autobahn A71
- Demonstrierenden, die sich an Straßenbahn-Schienen festklebten
Trotz dieser Aktionen konnte der Parteitag beginnen, da viele Delegierte bereits lange vor Veranstaltungsbeginn auf dem Gelände waren.
Polizeieinsatz
Der Polizeieinsatz gehörte zu den größten in Thüringen seit Jahren.
Zum Einsatz kamen:
- mehrere tausend Polizeibeamte aus zahlreichen Bundesländern,
- Bundespolizei,
- Wasserwerfer,
- Reiterstaffeln,
- umfangreiche Absperrungen und Verkehrssicherungsmaßnahmen.
Die Behörden hatten sich auf mögliche Ausschreitungen vorbereitet und mit einem erhöhten Gefährdungspotenzial gerechnet.
Zwischenfälle
Während der Proteste kam es vereinzelt zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstrierenden und der Polizei.
Außerdem sorgte ein ungewöhnlicher Vorfall für Aufmerksamkeit:
- Während des Parteitags spielte plötzlich die bekannte “Darth-Vader”-Melodie aus Star Wars über einen versteckt platzierten Bluetooth-Lautsprecher in der Halle. Sicherheitskräfte entdeckten den Lautsprecher später in einer Wandverkleidung und entfernten ihn.
Stimmung in Erfurt
Bereits am Vorabend fanden mehrere Veranstaltungen statt:
- Friedensgebete
- Lichterketten
- historische Rundgänge
- Mahnwachen
Die meisten dieser Veranstaltungen verliefen friedlich. Die Stadt stand dennoch unter erheblichen Verkehrseinschränkungen und einem großen Sicherheitsaufgebot.
Politische Bedeutung
Der Parteitag galt als wichtiger Termin für die AfD:
- Wahl des Bundesvorstands
- Vorbereitung auf kommende Landtagswahlen
- Demonstration des Führungsanspruchs der Parteispitze
- Signal an die eigenen Anhänger angesichts zuletzt hoher Umfragewerte
Gleichzeitig machten die umfangreichen Gegenproteste deutlich, dass der Parteitag auf erheblichen gesellschaftlichen Widerstand stieß.
Kurzfazit
Der AfD-Bundesparteitag in Erfurt wurde von einem der größten Polizeieinsätze und den umfangreichsten Protesten gegen eine Parteiveranstaltung der letzten Jahre begleitet. Trotz zahlreicher Blockaden begann die Veranstaltung planmäßig. Zehntausende Menschen demonstrierten gegen den Parteitag, überwiegend friedlich, während es vereinzelt zu Zusammenstößen mit der Polizei und kleineren Störaktionen kam.
