Erneuter Streik gegen SWA

Nahverkehr in Augsburg steht still: Erneut Warnstreik am Dienstag, dem 14. April!

Aktualisiert am 13. April 2026 | Service & Verkehrsmeldungen

AUGSBURG – Pendler und Schüler in der Fuggerstadt müssen sich am morgigen Dienstag auf massive Einschränkungen einstellen. Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten der Augsburger Stadtwerke (SWA) erneut zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Betroffen sind sämtliche Straßenbahn- und Buslinien im Stadtgebiet.
Nachdem die bisherigen Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst keine Einigung brachten, verschärft die Gewerkschaft nun den Druck. Ab Betriebsbeginn am frühen Dienstagmorgen, den 14. April, wird der öffentliche Nahverkehr in Augsburg nahezu vollständig zum Erliegen kommen. Der Streik soll bis in die Nachtstunden andauern.

Auswirkungen auf Tram und Bus

Die Stadtwerke Augsburg weisen darauf hin, dass keine der regulären Straßenbahnlinien (1, 2, 3, 4 und 6) verkehren wird. Auch im Busverkehr ist mit einem Totalausfall zu rechnen. Ein Notfahrplan konnte aufgrund der hohen Beteiligungsquote in der Vergangenheit nicht garantiert werden.

„Wir bedauern die Unannehmlichkeiten für unsere Fahrgäste sehr, müssen aber im Rahmen der Tarifauseinandersetzung ein deutliches Zeichen setzen“, so ein Sprecher der Gewerkschaft.

Nicht vom Streik betroffen sind in der Regel die Regionalbusse der AVV sowie die Regionalzüge der Deutschen Bahn, Go-Ahead und Bayerischen Regiobahn (BRB). Fahrgäste werden jedoch gebeten, auf diese Alternativen auszuweichen, wobei mit überfüllten Waggons zu rechnen ist.

Kundenführung und Informationen

Die Kundenzentren der SWA am Königsplatz und am Hohen Weg bleiben während des Streiks für den Publikumsverkehr eingeschränkt geöffnet, können jedoch keine Auskünfte über fahrende Busse oder Bahnen geben, da der gesamte Fahrbetrieb bestreikt wird. Die SWA-Mobil-App wird voraussichtlich keine Echtzeitdaten für die betroffenen Linien anzeigen können.

Berufstätige werden gebeten, nach Möglichkeit auf das Fahrrad umzusteigen, Fahrgemeinschaften zu bilden oder – falls möglich – im Homeoffice zu arbeiten. Auch für den Schülerverkehr bedeutet der Ausfall eine erhebliche Belastung, da keine gesonderten Schulbusse eingesetzt werden können.

Hintergrund der Tarifauseinandersetzung

Verdi fordert für die Beschäftigten deutlich höhere Entgelte sowie eine Entlastung bei den Arbeitszeiten. Die Arbeitgeberseite hatte zuletzt ein Angebot vorgelegt, das von der Gewerkschaft als „völlig unzureichend“ zurückgewiesen wurde. Sollte es auch nach diesem Warnstreik keine Annäherung geben, drohen weitere, möglicherweise unbefristete Arbeitsniederlegungen.

Hintergrund der Arbeitskampfmaßnahmen

Der Warnstreik steht im Zusammen­hang mit der laufen­den Tarifrunde im baye­rischen Nahverkehr. Die Gewerk­schaft ver.di fordert unter anderem eine Entgelt­erhöhung um insgesamt 550 Euro in zwei Stufen bei einer Laufzeit von 24 Monaten. Zudem hält sie an einer Redu­zierung der wöchent­lichen Arbeits­zeit fest, die insbe­sondere das Fahr­personal entlasten soll. Die Arbeit­­geber hatten zuletzt bei gleicher Laufzeit gut 6 Prozent in zwei Stufen angeboten. Das ent­spricht bei einem Durch­­schnitts­­gehalt von rund 3.500 Euro brutto einer Steigerung von 210 Euro.

Mit dem Streik am 14. April will ver.di vor der fünften Verhand­lungs­runde am 15. April den Druck auf die Arbeitgeber weiter erhöhen. (Quelle DAZ)