„Timmy“ an Land gezogen

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Buckelwal „Timmy“ auf Anholt obduziert – Forscher suchen nach Todesursache

Anholt (Dänemark), 31. Mai 2026 – Der Kadaver des Buckelwals „Timmy“, der nach einer monatelangen Irrfahrt durch die Ostsee und einer viel beachteten Rettungsaktion verendet war, wurde auf der dänischen Insel Anholt an Land gezogen. Dort bereiten Tierärzte und Meeresforscher eine umfassende Obduktion vor, um die Ursache seines Todes zu ermitteln.

Nachdem mehrere Versuche gescheitert waren, den rund zehn Meter langen Kadaver in einen Hafen zu transportieren, entschieden die dänischen Behörden, die Untersuchung direkt am Strand von Anholt durchzuführen. Die Bergung erfolgte am 30. Mai 2026. Die eigentliche Obduktion soll Anfang Juni stattfinden und nach Angaben der Behörden mehrere Stunden dauern.

Während der Untersuchung werden Gewebeproben entnommen sowie Organe und Verdauungstrakt analysiert. Die Wissenschaftler hoffen auf Hinweise auf mögliche Erkrankungen, Verletzungen, Fischereinetze, Plastikmüll oder andere Faktoren, die zum Tod des Wals beigetragen haben könnten.

Die Untersuchung wird jedoch durch den fortgeschrittenen Verwesungszustand des Kadavers erschwert. Der Wal lag rund zwei Wochen im flachen Wasser vor Anholt, wodurch wichtige Spuren bereits verloren gegangen sein könnten. Experten schließen deshalb nicht aus, dass die genaue Todesursache letztlich ungeklärt bleibt.

„Timmy“ war Ende März 2026 erstmals vor der deutschen Ostseeküste gesichtet worden und strandete wiederholt in flachen Gewässern. Anfang Mai wurde er im Rahmen einer aufwendigen internationalen Rettungsaktion in Richtung Nordsee transportiert. Die Hoffnung war, dass der junge Buckelwal von dort aus den Weg zurück in den Atlantik finden würde. Wenige Tage später wurde jedoch ein toter Wal vor Anholt entdeckt, der später eindeutig als „Timmy“ identifiziert wurde.

Unter Meeresbiologen wird inzwischen kontrovers diskutiert, ob das Tier bereits vor der Rettungsaktion schwer geschwächt oder erkrankt war. Einige Experten vertreten die Auffassung, dass seine Überlebenschancen bereits zu diesem Zeitpunkt äußerst gering gewesen seien. Die Ergebnisse der nun geplanten Obduktion sollen dazu beitragen, diese Fragen wissenschaftlich zu klären.

Quellen: Berichte der dänischen Umweltbehörde (Miljøstyrelsen), dpa, Associated Press (AP), Euronews, ZDFheute sowie weitere Medienberichte vom 28. bis 31. Mai 2026.