Fall Christa Pike: Gericht ordnet umfassende Beweissicherung nach gescheiterter Hinrichtung an
Nashville/Tennessee – Im Fall der zum Tode verurteilten Christa Pike hat ein Gericht am Mittwoch die Sicherung umfangreicher Beweismittel aus dem gescheiterten Hinrichtungsversuch angeordnet. Gleichzeitig haben Pikes Anwälte neue und teils schwerwiegende Angaben über ihren Gesundheitszustand gemacht. Die 50-Jährige ist inzwischen wieder bei Bewusstsein, soll jedoch unter erheblichen körperlichen Beeinträchtigungen leiden.
Eine Woche nach dem gescheiterten Versuch, Christa Pike mit Pentobarbital hinzurichten, verlagert sich der Fall zunehmend auf die juristische Aufarbeitung der Ereignisse vom 30. September 2026. Chancellor I’Ashea Myles ordnete am 7. Oktober an, dass der Bundesstaat Tennessee umfangreiche Beweismittel im Zusammenhang mit der versuchten Hinrichtung erhalten muss. Damit hatte ein Eilantrag von Pikes Anwälten in wesentlichen Punkten Erfolg.Spritzen, Infusionsleitungen und elektronische Daten müssen erhalten bleiben
Die gerichtliche Anordnung umfasst nach aktuellen Medienberichten unter anderem die verwendeten Spritzen, Infusionsleitungen und Katheter sowie Medikamentenverpackungen, Etiketten und weitere Gegenstände aus dem Hinrichtungsverfahren. Darüber hinaus müssen schriftliche und digitale Unterlagen gesichert werden. Dazu gehören interne Kommunikation, Zeugenaussagen sowie elektronische Nachrichten. Auch Kommunikation über verschlüsselte Plattformen soll von der Sicherungspflicht erfasst sein.Die Richterin machte deutlich, dass potentiell relevante Informationen weder verloren gehen noch versehentlich gelöscht werden dürfen.Für die weitere Untersuchung können außerdem Foto-, Video-, Audio- und möglicherweise vorhandene Überwachungsaufzeichnungen von Bedeutung sein. Die Anordnung bedeutet allerdings nicht automatisch, dass sämtliche dieser Aufzeichnungen tatsächlich existieren. Sie sollen, soweit vorhanden und relevant, für das weitere Verfahren erhalten bleiben.
Verteidigung will Rückstände des Pentobarbitals untersuchen
Besonders wichtig für Pikes Anwälte sind mögliche Rückstände der bei der Hinrichtung verwendeten Medikamente. Sie wollen untersuchen lassen, was Pike tatsächlich verabreicht wurde und welche Eigenschaften die verwendeten Substanzen hatten. Über einen weitergehenden Zugang zu den Medikamenten beziehungsweise eine unabhängige chemische Untersuchung ist damit jedoch noch nicht abschließend entschieden. Die Strafvollzugsbehörde hatte zusätzliche gerichtliche Sicherungsmaßnahmen für nicht erforderlich gehalten und darauf verwiesen, dass bereits Verpflichtungen zur Erhaltung relevanter Unterlagen und Beweismittel bestünden.Neue Angaben zum Gesundheitszustand
Parallel zur Gerichtsverhandlung machten Pikes Rechtsvertreter am Mittwoch erstmals detailliertere Angaben darüber, in welchem Zustand sich die 50-Jährige nach ihrem Erwachen befindet. Nach Angaben ihrer Anwälte war Pike beim Wiedererlangen des Bewusstseins zunächst desorientiert. Ihre ersten Fragen sollen gewesen sein:„Where am I and who are you?“ „Wo bin ich und wer seid ihr?“Die Aussage stammt von ihrem Anwaltsteam und wurde am Mittwoch von mehreren US-Medien übereinstimmend wiedergegeben.
Pneumonie, Blutgerinnsel und massive Probleme mit den Armen
Der Gesundheitszustand Pikes bleibt nach Darstellung ihrer Rechtsvertreter trotz ihres Erwachens ernst.- Sie soll an einer Lungenentzündung leiden.
- Nach Angaben ihrer Anwälte wurde ein Blutgerinnsel in einem Arm festgestellt.
- Sie könne derzeit ihre Arme und Hände nicht bewegen.
- Beide Arme seien weiterhin erheblich angeschwollen.
- Pike habe außerdem Probleme beim Schlucken und könne deshalb derzeit nicht normal essen.
