FPA SWN startet Warnportal

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FPA SWN startet Warnportal gegen Fakeshops und Phishing: Mehr als 100.000 verdächtige Internetadressen im Blick

Fakeshops, Phishing-Seiten und kopierte Unternehmensauftritte werden professioneller und sind für Verbraucher oft nur schwer von seriösen Angeboten zu unterscheiden. FPA SWN reagiert darauf mit einem eigenen Warn- und Rechercheportal. Mehr als 100.000 Datensätze können dort durchsucht und überprüft werden. Gleichzeitig erklärt das Portal, woran sich typische Betrugsversuche erkennen lassen und wie sich Verbraucher und Unternehmen schützen können.

Der Onlinehandel ist bequem – und genau diese Bequemlichkeit machen sich auch Kriminelle zunutze. Ein professionelles Design, Produktbilder, ein Impressum und sogar vermeintliche Gütesiegel lassen sich heute innerhalb kurzer Zeit kopieren. Auf den ersten Blick kann eine betrügerische Internetseite deshalb wie ein gewöhnlicher Onlineshop wirken.

Dass Betrug im Internet kein Randphänomen ist, zeigen die Zahlen des Bundeskriminalamts. Für 2024 wurden in Deutschland insgesamt 743.472 Betrugsdelikte registriert. Nach Angaben des BKA wurde bei 55,3 Prozent aller Betrugsdelikte das Internet als Tatmittel genutzt. Hinzu kamen mehr als eine halbe Million Betrugsfälle, die aus dem Ausland heraus begangen wurden.

Auch die allgemeine Cybercrime-Bedrohung bleibt hoch. Das Bundeslagebild Cybercrime weist für 2024 131.391 in Deutschland begangene Cybercrime-Fälle sowie weitere 201.877 sogenannte Auslandstaten aus.

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Warnen, bevor das Geld überwiesen ist

Genau hier setzt das neue FPA SWN Warn- und Rechercheportal an.

Statt erst über einen Betrugsfall zu berichten, wenn Geschädigte bereits Geld verloren haben, soll das Portal einen zusätzlichen Rechercheweg vor dem Kauf, vor dem Login und vor einer Überweisung schaffen.

Im Datenbestand befinden sich neben redaktionell erfassten Hinweisen umfangreiche öffentlich verfügbare Daten zu verdächtigen und als Phishing gemeldeten Internetadressen. Der Bestand umfasst inzwischen mehr als 100.000 Einträge und wird fortlaufend aktualisiert.

Zum FPA SWN Warn- und Rechercheportal:

https://fpa-swn.eu/scam/portal/

Nutzer können dort beispielsweise nach Domains und Internetadressen recherchieren und nachvollziehen, aus welcher Quelle ein Hinweis stammt und welcher Kategorie ein Eintrag zugeordnet wurde.

Dabei ist eine Unterscheidung wichtig: Eine Aufnahme in einen externen Sicherheits- oder Phishing-Feed ist kein Beweis dafür, dass der Betreiber einer Domain eine Straftat begangen hat. Das Portal dokumentiert vielmehr Warnhinweise und Einstufungen der jeweils genannten Quellen und soll als Ausgangspunkt für die weitere Prüfung dienen.

Fakeshops werden immer überzeugender

Das Problem lässt sich längst nicht mehr mit dem einfachen Rat lösen, nur auf Rechtschreibfehler oder schlecht gestaltete Webseiten zu achten.

Auch die Verbraucherzentralen weisen darauf hin, dass Fakeshops professionell erscheinen können. Zu den typischen Warnzeichen gehören auffällige Internetadressen, fehlende oder zweifelhafte Impressumsangaben, unrealistisch günstige Preise und insbesondere Shops, bei denen spätestens im letzten Bestellschritt nur noch Vorkasse möglich ist.

Selbst ein vorhandenes Impressum bietet keine absolute Sicherheit. Daten real existierender Unternehmen können kopiert und für betrügerische Seiten missbraucht werden. Auch Gütesiegel können lediglich als Bild eingebunden oder gefälscht sein.

Genau deshalb sollte niemals nur ein einzelnes Merkmal betrachtet werden.

Die Domain wird zum entscheidenden Fingerabdruck

Ein Schwerpunkt des FPA-SWN-Portals liegt deshalb auf der Internetadresse selbst.

Wer beispielsweise über eine Werbeanzeige, eine Nachricht in sozialen Netzwerken oder eine Suchmaschine auf ein außergewöhnlich günstiges Angebot stößt, kann die verwendete Domain zunächst recherchieren.

Das ist wichtig, weil sich das Erscheinungsbild einer betrügerischen Seite schnell verändern lässt. Logos, Farben, Produktbilder und Texte können kopiert werden – die für den Aufruf verwendete Domain bleibt jedoch ein wesentliches technisches Merkmal der jeweiligen Seite.

Eine Warnliste kann dennoch niemals vollständig sein. Neue Domains können jederzeit registriert und neue Phishing-Seiten innerhalb kurzer Zeit eingerichtet werden. „Nicht gefunden“ bedeutet deshalb ausdrücklich nicht automatisch „seriös“.

Das Warnportal soll keine eigene sorgfältige Prüfung ersetzen, sondern sie erleichtern.

Aufklärung gehört zur Warnung

FPA SWN beschränkt das Projekt deshalb bewusst nicht auf eine lange Liste von Domains.

Eine zusätzliche Rubrik „Aufklärung & Schutz“ erklärt, welche Merkmale Verbraucher vor einer Bestellung überprüfen sollten. Dazu gehören unter anderem Domain, Impressum, Zahlungsarten, Preisgestaltung, Gütesiegel und Kontaktmöglichkeiten.

Auch Phishing wird behandelt: Nutzer erfahren, warum sie sich nach einer unerwarteten Nachricht besser nicht über den darin enthaltenen Link anmelden sollten, weshalb unterschiedliche Passwörter wichtig sind und welchen zusätzlichen Schutz Mehrfaktor-Authentisierung bieten kann.

Für Menschen, die bereits bezahlt oder Zugangsdaten eingegeben haben, enthält das Portal außerdem konkrete Sofortmaßnahmen.

Bei Fakeshop-Fällen empfiehlt auch die Verbraucherzentrale, möglichst schnell die eigene Bank beziehungsweise den Zahlungsdienstleister zu kontaktieren. Je nach Zahlungsart bestehen unterschiedliche Möglichkeiten, eine Zahlung noch zu stoppen oder zu beanstanden. Außerdem sollte der Vorgang dokumentiert und bei Betrugsverdacht der Polizei gemeldet werden.

Nicht nur Verbraucher sind betroffen

Das Warnportal richtet sich ausdrücklich auch an Unternehmen.

Denn Firmen können auf zwei Arten betroffen sein: Sie können selbst Opfer von Phishing, manipulierten Rechnungen oder gefälschten Zahlungsanweisungen werden – oder ihr guter Name wird von Dritten missbraucht.

Betrüger können beispielsweise Firmenname, Anschrift, Handelsregisterinformationen, Logos oder Produktbilder eines tatsächlich existierenden Unternehmens übernehmen und damit einen vollkommen anderen Internetauftritt glaubwürdig erscheinen lassen.

Für das betroffene Unternehmen entsteht dadurch ein zusätzliches Problem: Geschädigte Kunden wenden sich möglicherweise an die echte Firma, obwohl diese mit dem betrügerischen Angebot überhaupt nichts zu tun hat.

Das FPA-SWN-Angebot beschreibt deshalb auch Schutzmaßnahmen für Unternehmen – von Mehrfaktor-Authentisierung und abgesicherten Zahlungsprozessen über SPF, DKIM und DMARC bis zur Beobachtung ähnlich aussehender Domains und einem vorbereiteten Incident-Response-Verfahren.

100.000 Einträge sind kein Grund zur Panik – sondern ein Werkzeug

Die große Zahl der im Portal recherchierbaren Adressen soll dabei nicht suggerieren, dass hinter jedem Eintrag derselbe Sachverhalt steht.

Phishing, Fakeshops, Malware und Identitätsmissbrauch sind unterschiedliche Phänomene und werden deshalb im Portal getrennt behandelt. Entscheidend ist zudem immer, welche Quelle eine Domain gemeldet hat und welchen Status der jeweilige Datensatz besitzt.

Genau diese Transparenz ist Teil des Konzepts.

Das Portal soll keine digitale Prangerliste sein. Es soll Informationen auffindbar machen, Warnsignale erklären und Nutzern ermöglichen, vor einer Entscheidung zusätzliche Informationen einzuholen.

Der wichtigste Schutz beginnt vor dem Klick auf „Bezahlen“

Hundertprozentige Sicherheit kann keine Warnliste bieten. Betrüger können neue Domains registrieren, bestehende Seiten verändern und ihre Methoden anpassen.

Aber zwischen einem ersten Verdacht und einer Überweisung liegen häufig nur wenige Minuten.

Wer in diesen Minuten innehält, die Domain kontrolliert, das Impressum gegenprüft, nach unabhängigen Warnungen sucht und sich nicht zu einer Vorkassezahlung drängen lässt, kann einen entscheidenden Vorteil haben.

Genau dafür wurde das FPA SWN Warn- und Rechercheportal geschaffen: Informationen sollen verfügbar sein, bevor aus einem verdächtigen Angebot ein finanzieller Schaden wird.

FPA SWN Warn- und Rechercheportal
Recherche zu Fakeshops, Phishing und weiteren Online-Gefahren sowie Informationen zu Prävention und Schutz:

https://fpa-swn.eu/scam/portal/


Quellen und weiterführende Informationen


Redaktioneller Hinweis: Die genannten Quellen dienen der Einordnung und Prävention. Eine Warnung oder technische Auffälligkeit allein beweist nicht, dass eine bestimmte Person oder ein bestimmtes Unternehmen für einen Betrugsversuch verantwortlich ist.

Hinweis der Redaktion: Ein Eintrag in einer externen Warn- oder Sicherheitsdatenbank stellt für sich genommen keinen Nachweis einer Straftat oder der Verantwortlichkeit eines Domaininhabers dar. Maßgeblich sind die jeweilige Quelle, deren Einstufung und eine weitergehende Prüfung.