Nein zu Hochrüstung, Wehrpflicht und Krieg!

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Stuttgart: Tausende demonstrieren gegen Hochrüstung, Wehrpflicht und Krieg

Stuttgart – Tausende Menschen haben am Tag der Deutschen Einheit in Stuttgart gegen militärische Aufrüstung, eine mögliche Wehrpflicht und Krieg demonstriert. Unter dem Motto „Nein zu Hochrüstung, Wehrpflicht und Krieg! – Für Frieden, demokratische Rechte und soziale Sicherheit“ versammelten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Samstag, 3. Oktober 2026, zunächst auf dem Stuttgarter Schlossplatz. Anschließend zog ein Demonstrationszug durch die Innenstadt. Die Polizei war mit mehreren hundert Einsatzkräften vor Ort.

Die Demonstration in Stuttgart war Teil einer bundesweiten Aktion der Friedensbewegung. Parallel fand auch in Berlin eine Kundgebung unter demselben Motto statt. Nach Angaben des Aktionsbündnisses wird der gemeinsame Aufruf von mehr als 300 Organisationen, Initiativen, Parteien und weiteren Gruppen unterstützt.

Großes Polizeiaufgebot in der Stuttgarter Innenstadt

Bereits vor Beginn der Veranstaltung hatte sich die Polizei auf einen größeren Einsatz vorbereitet. Nach Berichten der Stuttgarter Zeitung und der Stuttgarter Nachrichten waren mehrere hundert Polizeikräfte in der Innenstadt im Einsatz. Polizeifahrzeuge und Motorräder standen unter anderem im Bereich des Alten Schlosses bereit.

Im Vorfeld waren für die Stuttgarter Demonstration bis zu 10.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartet worden.

Eine abschließende, über eine öffentlich zugängliche Mitteilung des Polizeipräsidiums Stuttgart verifizierbare Teilnehmerzahl lag am Samstagnachmittag zunächst noch nicht vor. Aus dem Demonstrationsgeschehen wurden zwischenzeitlich Teilnehmerzahlen von mehr als 4.000 Personen genannt. Solange hierzu keine zitierfähige Abschlussmeldung der Polizei veröffentlicht ist, sollte diese Zahl jedoch als vorläufig behandelt werden.

Auftaktkundgebung auf dem Schlossplatz

Die Veranstaltung begann nach dem offiziellen Programm um 13 Uhr mit einer Auftaktkundgebung auf dem Schlossplatz. Bereits zuvor war ab 12.45 Uhr ein musikalisches Programm vorgesehen.

Nach der Auftaktkundgebung setzte sich der Demonstrationszug durch Stuttgart in Bewegung. Anschließend sollte die Veranstaltung für eine Abschlusskundgebung wieder auf den Schlossplatz zurückkehren. Deren Beginn war nach Angaben der Veranstalter für etwa 15.30 Uhr vorgesehen. Das Veranstaltungsende war für etwa 16.30 bis 16.45 Uhr geplant.

Protest gegen Aufrüstung und Wehrpflicht

Das Aktionsbündnis stellte die Demonstration unter das Motto „Nein zu Hochrüstung, Wehrpflicht und Krieg!“. Die Veranstalter wenden sich insbesondere gegen eine weitere militärische Aufrüstung Deutschlands und gegen eine Wehrpflicht beziehungsweise andere verpflichtende Dienste.

Zu den Forderungen des Bündnisses gehören nach eigenen Angaben ein Ende weiterer Hochrüstung und einer aus seiner Sicht zunehmenden Kriegswirtschaft, die Ablehnung einer Wehrpflicht und anderer Zwangsdienste sowie eine stärkere Ausrichtung auf Abrüstung, Rüstungskontrolle und diplomatische Konfliktlösungen.

Darüber hinaus fordert das Bündnis unter anderem den Beitritt Deutschlands zum Atomwaffenverbotsvertrag und eine internationale Friedensordnung auf Grundlage des Völkerrechts.

Diese Forderungen und die weitergehenden politischen Bewertungen zur deutschen Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik geben die Positionen des veranstaltenden Bündnisses wieder.

Breites Bündnis unterstützt Demonstrationen

Nach Angaben der Initiative „Nie wieder Krieg – Die Waffen nieder“ unterstützen inzwischen 304 Gruppen, Initiativen, Organisationen und weitere Akteure die Demonstrationen in Stuttgart und Berlin.

Zu den beteiligten beziehungsweise unterstützenden Organisationen gehören verschiedene Friedensinitiativen, Gewerkschafts- und kirchliche Akteure sowie politische Gruppen und Parteien. Zu den Initiatoren zählen unter anderem die Initiative „Nie wieder Krieg – Die Waffen nieder“ und die Friedensvernetzung Südwest.

Das Bündnis hatte zugleich erklärt, sich gegen Nationalismus, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Antisemitismus, Diskriminierung und Hetze abzugrenzen. Entsprechende Parolen und Fahnen sollten nach Angaben der Organisatoren bei der Demonstration keinen Platz haben.

Politiker und Vertreter der Friedensbewegung als Redner

Für die Stuttgarter Kundgebungen war eine Reihe von Rednerinnen und Rednern angekündigt. Dazu gehörten unter anderem Jules El Khatib von der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft, Ronja Fröhlich vom Bündnis gegen Wehrpflicht, die frühere Bundestagsabgeordnete Sevim Dağdelen, die Europaabgeordnete Özlem Alev Demirel, Mark Ellmann, Paul Schobel von pax christi sowie Michael Quetting von ver.di Saar-Blies.

Darüber hinaus waren mehrere Videobotschaften angekündigt. Zu den angekündigten Beteiligten gehörte die frühere EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann.

Begleitet wurde das politische Programm nach Angaben der Organisatoren von mehreren musikalischen Beiträgen.

Auch Demonstration in Berlin

Parallel zur Veranstaltung in Stuttgart demonstrierten am Samstag auch in Berlin Menschen gegen Aufrüstung und eine mögliche Wehrpflicht. Dort fand die Kundgebung vor dem Brandenburger Tor statt.

Nach Angaben der Berliner Polizei beteiligten sich am Samstagnachmittag rund 3.600 Menschen an der Berliner Veranstaltung.

Bereits am Freitag hatte es in Berlin unter dem Motto „Unzwingbar – Kein Bock auf Krieg und Wehrpflicht!“ eine weitere Veranstaltung gegeben. Diese wurde von einem anderen Bündnis organisiert und ist von der bundesweiten Friedensdemonstration am Samstag zu unterscheiden.

Demonstrationen am Tag der Deutschen Einheit

Mit der Wahl des 3. Oktober als Aktionstag verband das Bündnis seine Forderungen nach Abrüstung und diplomatischen Lösungen mit dem Tag der Deutschen Einheit. Die Veranstaltungen in Stuttgart und Berlin sollten nach Angaben der Organisatoren gemeinsam ein bundesweites Zeichen gegen Krieg, militärische Aufrüstung und Wehrpflicht setzen.

Für Stuttgart konzentrierte sich das Demonstrationsgeschehen auf den Schlossplatz und die anschließende Route durch die Innenstadt. Aufgrund der Größe der Versammlung begleitete ein umfangreiches Polizeiaufgebot die Veranstaltung.

Stand: 3. Oktober 2026, ca. 16.10 Uhr. Die endgültige Teilnehmerzahl und eine mögliche Abschlussbilanz des Polizeipräsidiums Stuttgart lagen zum Zeitpunkt dieser Aktualisierung noch nicht als öffentlich zugängliche, zitierfähige Polizeimeldung vor.

Quellen