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· Trump droht EU mit 100%-Zöllen wegen Digitalsteuer
Wichtigstes Thema
Stand 28. Juni 2026, vierter Tag nach dem Beben
Am vierten Tag nach dem verheerenden Doppel-Erdbeben vom 24. Juni in Venezuela ist die Todeszahl auf 1.430 gestiegen. Das gab der Präsident der Nationalversammlung, Jorge Rodríguez, bekannt. Weitere 3.200 Menschen wurden verletzt, rund 3.100 verloren ihr Zuhause. Seit dem Unglück sind über 430 Nachbeben registriert worden. Zehntausende Menschen werden weiterhin vermisst, auf einem inoffiziellen Suchportal im Internet sind rund 50.000 Meldungen eingegangen.
Die Beben — zuerst Stärke 7,2, 39 Sekunden später Stärke 7,5 — hatten ihr Epizentrum nahe Morón im Bundesstaat Carabobo und richteten entlang der rund 500 km langen Boconó-Verwerfung massive Zerstörungen an, bis in die Hauptstadt Caracas und den Küstenort Catia la Mar im Bundesstaat La Guaira. Es waren die stärksten Beben seit mehr als 100 Jahren in Venezuela. Ganze Straßenzüge mit Hochhäusern wurden dem Erdboden gleichgemacht. Geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez hat den Ausnahmezustand ausgerufen und rief internationale Hilfe an. Rettungsteams aus der Schweiz und Deutschland sind inzwischen vor Ort; auch US-amerikanische und weitere internationale Helfer sind eingetroffen. Die Verbindungsstraße nach Caracas wurde für den zivilen Verkehr weitgehend gesperrt, um Rettungseinsätze zu ermöglichen. Experten betonen: Nach 72 Stunden sinken die Überlebenschancen Verschütteter drastisch.
Handelspolitik · Wirtschaft
27. Juni 2026 (Truth Social) — Reaktionen heute
US-Präsident Donald Trump hat am Freitagabend auf Truth Social angekündigt, jedes Land mit 100-prozentigen Strafzöllen auf alle Waren zu belegen, das eine Digitalsteuer auf amerikanische Technologiekonzerne einführt. Die Drohung richtet sich explizit gegen europäische Staaten — und kommt zu einem besonders heiklen Zeitpunkt: Exakt einen Tag zuvor hatten die EU-Mitgliedstaaten in Luxemburg dem mühsam ausgehandelten Handelsabkommen mit den USA zugestimmt.
Das Pikante: Trump stellte klar, dass die 100-Prozent-Zölle auch bestehende Abkommen außer Kraft setzen würden — „unabhängig davon, ob sie schon unterzeichnet oder umgesetzt sind.“ Betroffen wären Länder wie Frankreich (Digitalsteuer seit 2019), Österreich (5 % auf Online-Werbeerlöse seit 2020), Italien und Spanien. Ziele sind die großen US-Plattformen wie Google, Meta, Amazon und Apple. Die EU-Kommission wies Trumps Darstellung zurück und kündigte eine „schnelle und entschlossene“ Reaktion an, sollte Washington tatsächlich neue Zölle verhängen. Konkrete Namen oder ein Datum nannte Trump nicht — Analysten sehen darin vorerst ein Verhandlungsmanöver, warnen aber: Wer einen Deal einen Tag nach der Unterzeichnung infrage stellt, macht den nächsten Abschluss schwerer.
US-Innenpolitik
27./28. Juni 2026
In Louisiana fand gestern die republikanische Senatsstichwahl statt — ein direkter Test für die Endorsement-Macht von Präsident Trump. Er hatte Abgeordnete Julia Letlow unterstützt, ihr Gegner war Staatsschatzmeister John Fleming. Das Rennen gilt als Gradmesser für Trumps innerparteilichen Einfluss im Kongress.
Heute
US-Präsident Trump gab bekannt, Lance Schroyer, einen ehemaligen Staatspolizisten aus Oklahoma, als nächsten Direktor der Einwanderungsbehörde ICE zu nominieren. Die Behörde spielt im Rahmen von Trumps Migrationspolitik eine zentrale Rolle bei Abschiebungen im Inland.
Katastrophen · Klimafolgen
Utah, südliche Region
Im Süden des US-Bundesstaats Utah tobt derzeit der größte aktive Waldbrand der Vereinigten Staaten. Die Feuerwehrkräfte kämpfen gegen außergewöhnlich schwierige Bedingungen: historisch trockenes Wetter, anhaltende Hitzewellen und starke Winde lassen das Feuer immer weiter um sich greifen. Behörden erwarten, dass die extremen Brandwetterbedingungen noch das gesamte Wochenende anhalten. Teile des südlichen Utahs stehen unter Evakuierungsanordnungen. Klimaforscher verweisen auf den menschengemachten Klimawandel als treibende Kraft hinter der zunehmenden Intensität und Häufigkeit solcher Brandereignisse.
Sechzehntelfinale · 28. Juni
Sonntag, 28. Juni 2026
Heute beginnt die heiße Phase der WM 2026 — das Sechzehntelfinale. Vier Partien stehen auf dem Programm:
Portugal – Kolumbien (01:30 Uhr MESZ, Miami, laufend): Portugal nach starker Gruppenphase (5:0 gegen Usbekistan) klarer Favorit — Ronaldo jagt weitere Tore.
Algerien – Österreich (04:00 Uhr MESZ, Kansas City, laufend): Österreich nach zwei Niederlagen (0:2 gegen Argentinien, 1:3 gegen Jordanien) erst im dritten Spiel die Wende geschafft.
Jordanien – Argentinien (04:00 Uhr MESZ, Dallas, laufend): Messi nach seinem Rekord (17 WM-Tore, Klose entthront) der große Protagonist. Jordanien ohne Chance laut allen Prognosen.
Südafrika – Kanada (21:00 Uhr MESZ, Los Angeles, Los-Angeles-Stadion): Das Highlight des Abends — zum ersten Mal in der Geschichte beider Nationen stehen sie in der K.o.-Runde einer WM. Kanada als Co-Gastgeber klarer Favorit, Südafrika nach dramatischem Einzug (1:0 gegen Südkorea in letzter Minute) hochmotiviert. Das Spiel ist im Free-TV nicht zu sehen — ausschließlich bei MagentaTV.
Deutschland bei der WM
Ergebnis vom 25. Juni / Vorschau 29. Juni
Das DFB-Team hat im dritten und letzten Vorrundenspiel gegen Ecuador 1:2 verloren (Tore: Sané 2., Angulo 9., Plata 78.). Bundestrainer Nagelsmann hatte rotiert, musste aber zugeben: „Es war eine verdiente Niederlage.“ Deutschland blieb dennoch Gruppensieger der Gruppe E. Zwei verletzungsbedingte Ausfälle belasten den Kader: Nico Schlotterbeck (Innenbandriß) ist für die gesamte WM 2026 ausgefallen, Nathaniel Brown (Adduktorenprobleme) ist fraglich. Morgen Montag (22:30 Uhr MESZ, ARD und MagentaTV) wartet das Sechzehntelfinale in Boston — Gegner ist der beste Gruppendritte aus den Gruppen A, B, C, D oder F.
Venezuela: Das Doppel-Erdbeben vom 24. Juni ist die schwerste Naturkatastrophe in Südamerika seit Jahren. 1.430 Tote, Zehntausende vermisst — und das Zeitfenster für die Rettung Verschütteter schließt sich mit jedem weiteren Tag. Internationale Solidarität ist spürbar, aber die logistischen Hürden in einem Land mit maroder Infrastruktur und eingeschränktem Medienzugang bleiben enorm.
Trump/Digitalsteuer: Die Drohung mit 100-Prozent-Zöllen kommt gezielt nach der EU-Zustimmung zum Handelsabkommen — ein klassisches Trump-Manöver. Wer einen Abschluss am Folgetag infrage stellt, zeigt: Vereinbarungen haben unter dieser Regierung ein Ablaufdatum. Europas Antwort wird zeigen, ob die Lehren aus den ersten Trump-Jahren etwas gebracht haben.
WM: Mit dem heutigen Start der K.o.-Runde wird aus dem Turnier der 48 Teams ein Turnier der Schicksale. Das Spiel Südafrika–Kanada steht sinnbildlich für das neue WM-Format: zwei Nationen, die noch nie so weit gekommen sind. Deutschland spielt morgen sein Sechzehntelfinale — nach der schwachen Ecuador-Niederlage mit gemischten Gefühlen, aber als Gruppensieger mit Selbstvertrauen.
Alle Quellenlinks führen direkt zu den Originalartikeln. Nachrichten sortiert nach Relevanz. Stand 28.06.2026, 14:00 Uhr MESZ (vor Anpfiff Kanada–Südafrika). Ergebnisse der laufenden Spiele noch ausstehend.
