USA vor 25 Jahren

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11. September 2026: 25 Jahre nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001

Am 11. September 2026 jährt sich der Terroranschlag vom 11. September 2001 zum 25. Mal. Ein Vierteljahrhundert nach dem Angriff des Terrornetzwerks al-Qaida auf die Vereinigten Staaten erinnern Menschen in den USA und weltweit an die fast 3.000 Todesopfer. Zugleich wird an die Einsatzkräfte, Überlebenden und Angehörigen erinnert, deren Leben durch die Ereignisse des 11. September dauerhaft verändert wurde.

Die Anschläge von 2001 gehören zu den folgenreichsten Ereignissen des 21. Jahrhunderts. Sie veränderten die amerikanische Innen- und Außenpolitik, führten zu den Kriegen in Afghanistan und im Irak, beeinflussten die internationale Sicherheits- und Geheimdienstpolitik und veränderten für Millionen Menschen den Alltag.

25 Jahre später ist der 11. September zugleich ein Ereignis der Geschichte und eine persönliche Erinnerung. Während ältere Generationen noch genau wissen, wo sie am 11. September 2001 waren, ist für rund 100 Millionen heute lebende Amerikaner der Tag inzwischen Teil der Geschichte, an die sie keine eigene Erinnerung mehr haben.

Was geschah am 11. September 2001?

Am Morgen des 11. September 2001 entführten 19 Mitglieder des islamistischen Terrornetzwerks al-Qaida vier Passagierflugzeuge. Die Entführer brachten die Maschinen unter ihre Kontrolle und verwendeten sie als Waffen gegen Ziele in den Vereinigten Staaten.

Um 8:46 Uhr Ortszeit schlug American-Airlines-Flug 11 in den Nordturm des World Trade Centers in New York ein. Um 9:03 Uhr folgte United-Airlines-Flug 175, der in den Südturm gesteuert wurde.

Um 9:37 Uhr traf American-Airlines-Flug 77 das Pentagon in Arlington bei Washington, D.C. Das Pentagon ist der Sitz des US-Verteidigungsministeriums und eines der wichtigsten Symbole der amerikanischen Militärmacht.

Das vierte Flugzeug, United-Airlines-Flug 93, stürzte um 10:03 Uhr in einem Feld nahe Shanksville im US-Bundesstaat Pennsylvania ab. Die Passagiere und Besatzungsmitglieder hatten nach den Erkenntnissen der Untersuchungen versucht, die Kontrolle über das Flugzeug zurückzugewinnen. Dadurch wurde das vermutlich geplante Ziel der Entführer nicht erreicht.

Die National Commission on Terrorist Attacks Upon the United States, besser bekannt als 9/11-Kommission, untersuchte später detailliert den Ablauf der Anschläge, die Vorbereitung der Terroristen sowie die Reaktionen der amerikanischen Behörden.

Der Einsturz der Twin Towers

Nach den Einschlägen der beiden Flugzeuge brannten die Türme des World Trade Centers. Der Südturm stürzte um 9:59 Uhr ein, der Nordturm folgte um 10:28 Uhr.

Die Einstürze zerstörten große Teile des World-Trade-Center-Komplexes und verwandelten Lower Manhattan in ein riesiges Trümmerfeld. Tausende Menschen waren zu diesem Zeitpunkt noch in den Gebäuden oder in deren unmittelbarer Umgebung.

Die wissenschaftlichen Untersuchungen des National Institute of Standards and Technology kamen zu dem Schluss, dass die Flugzeugeinschläge und die anschließenden lang andauernden Brände die Tragfähigkeit der betroffenen Gebäudestrukturen so stark beeinträchtigten, dass es schließlich zu den Einstürzen kam.

Die Bilder der einstürzenden Türme gingen innerhalb weniger Stunden um die Welt und wurden zu einem der bekanntesten Bildmotive der Zeitgeschichte.

2.977 Menschen wurden unmittelbar getötet

Bei den Anschlägen vom 11. September 2001 wurden insgesamt 2.977 Menschen getötet. Diese Zahl umfasst nicht die 19 Terroristen, die die vier Flugzeuge entführten.

Die Opfer stammten aus zahlreichen Ländern. Unter ihnen waren Büroangestellte, Feuerwehrleute, Polizisten, Rettungskräfte, Passagiere, Flugzeugbesatzungen und Menschen, die sich zufällig in den betroffenen Bereichen aufhielten.

Allein beim Angriff auf das World Trade Center kamen 2.753 Menschen ums Leben. Am Pentagon starben 184 Menschen. Auf United Airlines Flight 93 wurden 40 Passagiere und Besatzungsmitglieder getötet.

Die Feuerwehr und die Rettungskräfte

Besonders schwer getroffen wurden die New Yorker Feuerwehr und Polizei. Zahlreiche Einsatzkräfte liefen in die brennenden Gebäude, während andere Menschen bereits versuchten, aus den Türmen zu fliehen.

343 Feuerwehrleute des New York City Fire Department starben am 11. September 2001. Hinzu kamen 23 Beamte des New York Police Department und 37 Angehörige der Port Authority Police.

Die Einsatzkräfte wurden zu einem der zentralen Symbole der Erinnerung an den 11. September. Viele Feuerwehrleute, Polizisten und Rettungskräfte kehrten trotz der Gefahr immer wieder in die zerstörten Bereiche zurück, um Menschen zu retten und Verletzte zu versorgen.

Die Folgen für die Einsatzkräfte endeten jedoch nicht mit dem Einsturz der Gebäude.

Gesundheitliche Folgen des 11. September

Nach dem Zusammenbruch des World Trade Centers entstand eine gewaltige Staub- und Rauchwolke. Einsatzkräfte, Anwohner, Helfer und andere Menschen waren über längere Zeit Schadstoffen ausgesetzt.

In den folgenden Jahren erkrankten zahlreiche Menschen an Atemwegserkrankungen, Krebserkrankungen und anderen gesundheitlichen Problemen, die mit ihrer Belastung nach den Anschlägen in Verbindung gebracht werden.

Das staatliche World Trade Center Health Program betreut inzwischen mehr als 150.000 Menschen mit gesundheitlichen Folgen des 11. September. Nach Angaben von Reuters sind inzwischen mehr als 9.000 Teilnehmer dieses Programms gestorben.

Damit hat sich die Dimension der Katastrophe über die unmittelbaren Todesopfer hinaus erheblich erweitert. Beim 25. Jahrestag wird deshalb erstmals auch offiziell während der zentralen Gedenkveranstaltung in New York an Menschen erinnert, die an späteren Erkrankungen infolge der Anschläge und der Aufräumarbeiten gestorben sind.

United Airlines Flight 93 und der Widerstand der Passagiere

Eine besondere Stellung in der Geschichte des 11. September nimmt United Airlines Flight 93 ein.

Die Passagiere erfuhren während des Fluges durch Telefonate von den Anschlägen in New York und Washington. Mehrere Passagiere erkannten dadurch, dass auch ihre Maschine vermutlich als Waffe eingesetzt werden sollte.

Daraufhin beschlossen einige Passagiere und Besatzungsmitglieder, gegen die Entführer vorzugehen. Das Flugzeug stürzte schließlich bei Shanksville in Pennsylvania ab.

Alle 40 Menschen an Bord kamen ums Leben. Nach den Erkenntnissen der Untersuchungen verhinderten die Passagiere wahrscheinlich, dass die Maschine ihr vorgesehenes Ziel erreichte.

Am Absturzort befindet sich heute das Flight 93 National Memorial.

Osama bin Laden und al-Qaida

Als zentrale Figur hinter den Anschlägen gilt Osama bin Laden, der Gründer und Anführer des Terrornetzwerks al-Qaida.

Bin Laden befand sich bereits vor den Anschlägen im Visier der amerikanischen Sicherheitsbehörden. Nach dem 11. September wurde die internationale Fahndung nach ihm massiv ausgeweitet.

Fast zehn Jahre nach den Anschlägen wurde bin Laden in der pakistanischen Stadt Abbottabad von einem US-Spezialkommando getötet. Der Einsatz fand am 2. Mai 2011 statt.

Die Tötung bin Ladens bedeutete jedoch nicht das Ende des islamistischen Terrorismus. Al-Qaida und später insbesondere der sogenannte Islamische Staat blieben über Jahre bedeutende terroristische Organisationen.

Die unmittelbare Reaktion der USA

Die Vereinigten Staaten reagierten auf die Anschläge mit einer grundlegenden Neuordnung ihrer Sicherheits- und Außenpolitik.

Bereits am 14. September 2001 verabschiedete der US-Kongress eine Ermächtigung zum Einsatz militärischer Gewalt gegen Verantwortliche für die Anschläge und diejenigen, die ihnen Unterstützung leisteten.

Die USA begannen anschließend gemeinsam mit Verbündeten den Krieg gegen das Taliban-Regime und al-Qaida in Afghanistan. Das Taliban-Regime wurde innerhalb weniger Monate gestürzt. Der militärische Einsatz entwickelte sich jedoch zu einem langjährigen Krieg.

Der Krieg in Afghanistan

Der Afghanistan-Krieg wurde zum längsten militärischen Auslandseinsatz in der Geschichte der Vereinigten Staaten.

Die USA und ihre Verbündeten versuchten zunächst, al-Qaida zu zerschlagen und eine Rückkehr des Terrornetzwerks zu verhindern. Später kamen der Aufbau staatlicher Institutionen, die Ausbildung afghanischer Sicherheitskräfte und der Kampf gegen die Taliban hinzu.

Der Konflikt dauerte fast zwei Jahrzehnte. 2021 zogen die USA und ihre Verbündeten ihre Truppen weitgehend ab. Kurz darauf übernahmen die Taliban erneut die Kontrolle über Afghanistan.

Damit wurde deutlich, wie weitreichend die politischen und militärischen Folgen des 11. September waren und wie schwierig es sich erwies, die langfristigen Ziele des internationalen Militäreinsatzes umzusetzen.

Der Irakkrieg und die Folgen

Eine weitere wichtige Folge der amerikanischen Sicherheits- und Außenpolitik nach dem 11. September war der Irakkrieg.

Die USA marschierten 2003 gemeinsam mit Verbündeten in den Irak ein und stürzten Saddam Hussein. Die irakische Regierung war jedoch nicht für die Anschläge vom 11. September verantwortlich.

Die Verbindung zwischen dem 11. September und dem Irakkrieg wurde deshalb bereits während des Krieges stark kritisiert. Die späteren Entwicklungen im Irak, darunter der Bürgerkrieg und die Entstehung des sogenannten Islamischen Staates, hatten wiederum weitreichende Folgen für den gesamten Nahen Osten.

Die amerikanische Sicherheitsarchitektur verändert sich

Eine der nachhaltigsten innenpolitischen Folgen des 11. September war die massive Ausweitung der Sicherheitsmaßnahmen.

Der US-Kongress verabschiedete wenige Wochen nach den Anschlägen den USA PATRIOT Act. Das Gesetz erweiterte unter anderem die Möglichkeiten der Strafverfolgungs- und Geheimdienstbehörden zur Überwachung und Informationsbeschaffung.

2002 wurde das Department of Homeland Security gegründet. Die neue Behörde sollte zahlreiche Aufgaben der inneren Sicherheit bündeln und die USA besser vor terroristischen Angriffen schützen.

Auch der Flugverkehr veränderte sich grundlegend. Sicherheitskontrollen an Flughäfen wurden verschärft und die Transportation Security Administration gegründet.

Sicherheit gegen Freiheit

Die Veränderungen nach dem 11. September führten zu einer bis heute andauernden Diskussion über das Verhältnis von Sicherheit und Bürgerrechten.

Befürworter der Maßnahmen argumentierten, dass Staaten nach einem Terroranschlag in der Lage sein müssten, terroristische Netzwerke frühzeitig aufzuspüren und Anschläge zu verhindern.

Kritiker warnten dagegen vor einer dauerhaften Ausweitung staatlicher Überwachung und vor Eingriffen in die Privatsphäre. Spätere Enthüllungen über umfangreiche Überwachungsprogramme der US-Geheimdienste verstärkten diese Debatte.

Folgen für Muslime und Menschen mit muslimischem Hintergrund

Die Anschläge hatten auch erhebliche gesellschaftliche Folgen.

Muslime und Menschen, die aufgrund ihres Aussehens, ihrer Herkunft oder ihrer religiösen Zugehörigkeit als muslimisch wahrgenommen wurden, waren nach dem 11. September in den USA und anderen westlichen Staaten verstärkt Diskriminierung, Misstrauen und teilweise Gewalt ausgesetzt.

Die amerikanische Regierung betonte wiederholt, dass der Kampf gegen al-Qaida kein Kampf gegen den Islam sei. Dennoch prägten Islamfeindlichkeit und die Debatte über Migration, Terrorismus und Integration die politischen Auseinandersetzungen in den folgenden Jahrzehnten.

Die NATO und der 11. September

Der 11. September hatte auch unmittelbare Auswirkungen auf das transatlantische Bündnis.

Zum ersten Mal in ihrer Geschichte aktivierte die NATO den Bündnisfall nach Artikel 5 des Nordatlantikvertrags. Die Mitgliedstaaten erklärten damit, dass ein bewaffneter Angriff auf einen Bündnispartner als Angriff auf alle betrachtet wird.

Die europäischen NATO-Staaten unterstützten die Vereinigten Staaten beim Kampf gegen al-Qaida und bei den anschließenden militärischen Operationen in Afghanistan.

Die Welt nach 9/11

Der 11. September veränderte nicht nur die Vereinigten Staaten. Die Anschläge hatten Auswirkungen auf die internationale Politik, die Sicherheitsdienste, den Luftverkehr und die Terrorismusbekämpfung weltweit.

Viele Staaten verschärften ihre Anti-Terror-Gesetze. Geheimdienste intensivierten ihre Zusammenarbeit. Finanzströme wurden stärker kontrolliert, um die Finanzierung terroristischer Organisationen zu verhindern.

Gleichzeitig wurden die internationalen Beziehungen stärker von Fragen der Terrorismusbekämpfung und der Sicherheitsstrategie der USA geprägt.

New York 25 Jahre später

Auf dem ehemaligen Gelände des World Trade Centers befindet sich heute das National September 11 Memorial & Museum.

Die beiden großen Wasserbecken des Memorials markieren die Grundrisse der ehemaligen Zwillingstürme. Rund um die Becken sind die Namen der Opfer eingraviert.

Das Memorial ist zu einem der wichtigsten Orte der Erinnerung an die Anschläge geworden. Besucher aus aller Welt kommen nach New York, um der Opfer zu gedenken.

Auf dem Gelände steht außerdem das One World Trade Center. Der Neubau wurde zum Symbol für den Wiederaufbau von Lower Manhattan.

Das Gedenken zum 25. Jahrestag

Am 11. September 2026 finden in New York, am Pentagon in Virginia und am Flight 93 National Memorial in Pennsylvania große Gedenkveranstaltungen statt.

In New York werden wie in den vergangenen Jahren die Namen der Opfer verlesen. Dazu kommen Schweigeminuten und Glockenschläge, die sich an den entscheidenden Zeitpunkten des damaligen Geschehens orientieren.

Zum 25. Jahrestag gibt es erstmals eine zusätzliche Schweigeminute für Menschen, die nach den Anschlägen an den gesundheitlichen Folgen ihrer Belastung starben.

US-Präsident Donald Trump nimmt an der Gedenkveranstaltung am Pentagon teil. Vizepräsident J.D. Vance nimmt an der Zeremonie in New York teil. Eine weitere Gedenkveranstaltung findet am Absturzort von Flight 93 in Pennsylvania statt.

Donald Trump erklärt den 11. September zum Patriot Day 2026

US-Präsident Donald Trump hat den 11. September 2026 offiziell zum „Patriot Day 2026“ erklärt.

In seiner Proklamation erinnert das Weiße Haus an die 2.977 Opfer der Anschläge und an die Einsatzkräfte, die am 11. September 2001 ihr Leben riskierten. Gleichzeitig wird an die Menschen erinnert, die in den Jahren danach an den gesundheitlichen Folgen ihrer Arbeit in den zerstörten Gebieten erkrankten.

Trump nahm bereits am 8. September an einer Gedenkveranstaltung in Washington teil. Dabei wurde ein rund 21 Fuß langer Stahlträger aus dem Südturm des World Trade Centers gezeigt, der im Rahmen einer landesweiten Gedenkaktion durch die USA transportiert worden war.

25 Jahre danach: eine neue Generation

Ein wesentlicher Unterschied zum 10., 20. oder 15. Jahrestag besteht darin, dass inzwischen eine große Generation von Menschen erwachsen geworden ist, die den 11. September 2001 nicht selbst erlebt hat.

Das 9/11 Memorial weist darauf hin, dass rund 100 Millionen Amerikaner heute zu jung waren, um sich an den Tag selbst zu erinnern.

Für diese Generation ist der 11. September Geschichte. Sie kennt die Bilder der brennenden Türme, der Staubwolke über Manhattan und der Rettungskräfte vor allem aus Dokumentationen, Fotos, Filmen, Schulbüchern und Erzählungen.

Damit gewinnt die Frage an Bedeutung, wie die Erinnerung an den 11. September dauerhaft bewahrt werden kann.

Die Angehörigen der Opfer

Für die Angehörigen der Getöteten ist der 11. September jedoch keine abstrakte historische Jahreszahl.

Eltern verloren ihre Kinder, Kinder ihre Eltern, Ehepartner ihre Partner und Geschwister ihre Brüder und Schwestern. Für viele Familien begann nach dem 11. September ein jahrzehntelanger Umgang mit Trauer und den gesundheitlichen Folgen der Katastrophe.

Einige Angehörige beschäftigen sich bis heute mit der Frage nach der politischen und rechtlichen Verantwortung für die Anschläge.

Streit um mögliche Verantwortung Saudi-Arabiens

25 Jahre nach den Anschlägen ist auch die Frage nach einer möglichen Unterstützung einzelner al-Qaida-Mitglieder durch Personen oder Institutionen in Saudi-Arabien weiterhin Gegenstand juristischer Auseinandersetzungen.

Eine von Angehörigen angestrengte Klage in den USA wirft Saudi-Arabien vor, al-Qaida beziehungsweise deren Unterstützer unterstützt zu haben. Saudi-Arabien weist eine Beteiligung an den Anschlägen zurück.

Ein US-Bundesrichter hatte 2025 entschieden, dass die Klage weiterverfolgt werden kann. Damit ist die Frage einer möglichen staatlichen Verantwortung Saudi-Arabiens jedoch nicht abschließend entschieden.

Die Erinnerung an die Einsatzkräfte

Ein großer Teil der Gedenkkultur beschäftigt sich mit den Menschen, die am 11. September in die Gefahrenzonen liefen, während andere versuchten, diese zu verlassen.

Feuerwehrleute, Polizisten, Sanitäter, Ärzte und zahlreiche freiwillige Helfer arbeiteten unter extremen Bedingungen. Viele starben unmittelbar, andere erkrankten später.

Die Geschichte des 11. September ist deshalb nicht nur die Geschichte eines Terroranschlags. Sie ist auch die Geschichte von Rettung, Zivilcourage und Menschen, die ihr eigenes Leben riskierten, um andere zu retten.

Warum der 11. September bis heute politisch relevant ist

Die politischen Folgen der Anschläge sind auch 25 Jahre später sichtbar.

Die internationalen Militäreinsätze in Afghanistan und im Irak haben ganze Regionen geprägt. Die Terrorismusbekämpfung wurde zu einem zentralen Bestandteil westlicher Sicherheitspolitik. Geheimdienste erhielten zusätzliche Befugnisse und internationale Kooperationen wurden ausgeweitet.

Gleichzeitig haben die Anschläge politische Debatten über Migration, Islamismus, Integration, Bürgerrechte, Überwachung und den Einsatz militärischer Gewalt beeinflusst.

Auch die Diskussion darüber, wie Demokratien auf terroristische Bedrohungen reagieren sollen, ist bis heute nicht abgeschlossen.

Der 11. September als historischer Wendepunkt

Vor dem 11. September 2001 war ein groß angelegter Terrorangriff auf dem amerikanischen Festland für viele Menschen kaum vorstellbar. Nach den Anschlägen veränderte sich das Sicherheitsdenken grundlegend.

Der Terrorismus wurde zu einem zentralen Thema der internationalen Politik. Flughäfen wurden zu Hochsicherheitsbereichen, internationale Geheimdienste intensivierten ihre Zusammenarbeit und Staaten verabschiedeten neue Anti-Terror-Gesetze.

Gleichzeitig zeigte sich, dass militärische Macht allein terroristische Bewegungen nicht dauerhaft beseitigen kann. Die Erfahrungen aus Afghanistan und dem Irak führten in den folgenden Jahren zu einer breiten Diskussion über die Grenzen militärischer Interventionen.

25 Jahre 9/11: Zwischen Erinnerung und Geschichte

Der 25. Jahrestag des 11. September ist deshalb ein besonderer Zeitpunkt. Die unmittelbare Erinnerung an die Ereignisse beginnt langsam zu verblassen, während die historischen Folgen weiterhin spürbar sind.

Die zentrale Gedenkveranstaltung in New York richtet den Blick auf die einzelnen Opfer. Die Namen der Menschen werden vorgelesen, damit hinter der Zahl von 2.977 nicht die einzelnen Lebensgeschichten verschwinden.

Gleichzeitig erinnert der Jahrestag daran, dass die Zahl der Betroffenen wesentlich größer ist. Überlebende, Rettungskräfte, Angehörige und Menschen, die später an den gesundheitlichen Folgen erkrankten, tragen die Auswirkungen des 11. September bis heute.

Was vom 11. September bleibt

25 Jahre nach den Anschlägen ist der 11. September 2001 weit mehr als ein Datum im Kalender. Er steht für die größte Terrorattacke auf amerikanischem Boden, für den Tod von 2.977 Menschen und für die Schicksale von Tausenden weiteren Betroffenen.

Er steht aber auch für eine historische Zäsur. Die Anschläge veränderten die USA, die NATO, die internationale Terrorismusbekämpfung und die globale Politik. Die Kriege in Afghanistan und im Irak, die Ausweitung staatlicher Überwachung und die gesellschaftlichen Debatten über Islamismus und Bürgerrechte gehören ebenso zur Geschichte des 11. September wie die Bilder der einstürzenden Türme.

Die Erinnerung an den 11. September ist deshalb zugleich Erinnerung an die Opfer und Auseinandersetzung mit den Folgen.

Am 25. Jahrestag stehen die Menschen im Mittelpunkt, die an diesem Tag ihr Leben verloren. Die Gedenkveranstaltungen in New York, am Pentagon und in Pennsylvania sollen daran erinnern, dass hinter den historischen Zahlen einzelne Menschen mit Familien, Freunden und Lebensgeschichten stehen.

25 Jahre nach dem 11. September gilt deshalb weiterhin das Versprechen, das zu einem zentralen Bestandteil der amerikanischen Erinnerungskultur geworden ist: Die Opfer sollen nicht vergessen werden.

Die wichtigsten Fakten zum 11. September 2001

  • Datum: 11. September 2001
  • 25. Jahrestag: 11. September 2026
  • Verantwortliche Terrororganisation: al-Qaida
  • Anzahl der Entführer: 19
  • Anzahl der entführten Flugzeuge: 4
  • Unmittelbare Todesopfer: 2.977 Menschen
  • Opfer am World Trade Center: 2.753 Menschen
  • Opfer am Pentagon: 184 Menschen
  • Opfer auf United Airlines Flight 93: 40 Menschen
  • Getötete Feuerwehrleute des FDNY: 343
  • Getötete Polizisten des NYPD: 23
  • Getötete Beamte der Port Authority Police: 37
  • Angriff auf den Nordturm: 8:46 Uhr Ortszeit
  • Angriff auf den Südturm: 9:03 Uhr Ortszeit
  • Angriff auf das Pentagon: 9:37 Uhr Ortszeit
  • Einsturz des Südturms: 9:59 Uhr Ortszeit
  • Absturz von Flight 93: 10:03 Uhr Ortszeit
  • Einsturz des Nordturms: 10:28 Uhr Ortszeit
  • Tod Osama bin Ladens: 2. Mai 2011
  • Ort des Todes von bin Laden: Abbottabad, Pakistan
  • Gedenkstätten: New York, Pentagon und Shanksville

Quellen