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Interessenkonflikt oder Kampagne? Mitglieder der FF Molfsee diskreditieren Pressemedium via Google-Rezensionen
MOLFSEE | In der Gemeinde Molfsee schwelt hinter den Kulissen der Freiwilligen Feuerwehr (FF) ein tiefgreifender Konflikt. Nachdem ein aktives Mitglied der Wehr – bekannt als lokaler „Blaulicht-Spotter“ – aufgrund von Mobbingvorwürfen entlassen wurde, scheint sich die Auseinandersetzung nun auf die digitale Ebene verlagert zu haben. Funktionsträger der Feuerwehr versuchen offenbar, die Berichterstattung über den Fall durch gezielte Diskreditierung in Google-Rezensionen zu beeinflussen.
In den vergangenen Tagen häuften sich auf dem Google-Profil eines regionalen Pressemediums negative Bewertungen, die auffällig deckungsgleich in ihrer Wortwahl sind. Begriffe wie „Käseblatt“, „unneutrale Pressearbeit“ und „mangelnde Recherche“ prägen das Bild.
Brisant dabei: Hinter den Profilnamen verbergen sich keine anonymen Kritiker, sondern nachweislich aktive Mitglieder und Funktionsträger der Freiwilligen Feuerwehr Molfsee.
Funktionsträger als Rezensenten
Unter den Rezensenten finden sich Namen, die direkt auf der offiziellen Website der FF Molfsee gelistet sind. So äußert sich ein stellvertretender Gruppenführer abfällig über die „Bild- und Tonberichterstattung“ und unterstellt dem Medium einen „Skandaltrieb“. Ein weiteres Mitglied, zuständig für das Fachgebiet Fahrzeuge und Geräte, wirft dem Medium fehlende Unabhängigkeit vor. Besonders pikant: Auch ein Mitglied, das unter anderem für den Bereich soziale Medien innerhalb der Wehr verantwortlich zeichnet, beteiligt sich an der negativen Bewertungswelle.
Hintergrund: Mobbing und Rauswurf eines Blaulicht-Reporters
Anlass der konzertierten Kritik ist offenbar die Berichterstattung über einen internen Eklat bei der FF Molfsee. Ein langjähriges Mitglied, das sich überregional einen Namen als Blaulicht-Spotter gemacht hat, wurde aus der Wehr ausgeschlossen. Dem Vernehmen nach gingen diesem Schritt massive Mobbing-Vorwürfe voraus.
Anstatt sich inhaltlich mit der Kritik oder den Vorfällen auseinanderzusetzen, scheinen Teile der Wehrführung und der Mannschaft nun den Weg der öffentlichen Diffamierung zu wählen. Journalistische Beobachter werten dies als Versuch, die Pressefreiheit unter Druck zu setzen und eine unliebsame Berichterstattung durch „Review Bombing“ (gezielte negative Bewertungen) zu delegitimieren.
Taktisches Schweigen und Parallelen
Die Professionalität der Wortwahl in den Rezensionen steht in krassem Gegensatz zur eigentlich geforderten Sachlichkeit von Ehrenamtlichen im öffentlichen Dienst. Während die Staatsanwaltschaft oder offizielle Stellen in solchen Fällen oft eine „taktische Zurückhaltung“ üben, scheinen Mitglieder der FF Molfsee hier eigenmächtig eine mediale Gegenoffensive gestartet zu haben.
Durch diese Aktion soll von den eigentlichen Problemen – dem Umgang mit internen Kritikern und dem Mobbing-Skandal – ablenken zu wollen. Die Gemeinde Molfsee als Trägerin des Brandschutzes steht jetzt vor der Frage, inwieweit das Verhalten ihrer Feuerwehrleute im Internet mit dem Leitbild einer neutralen und respektvollen öffentlichen Institution vereinbar ist.
Glossar der Sachlichkeit:
Diskreditierung: Gezielter Versuch, den Ruf eines Mediums zu schädigen.
Interessenkollision: Wenn private Meinung und öffentliches Amt (Feuerwehr) vermischt werden.
Pressefreiheit: Das Recht auf Berichterstattung, auch wenn diese für Institutionen unangenehm ist.
