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Sperrfrist: Keine
Ressort: Landespolitik / Außenpolitik / Sicherheit
Datum: 15. März 2026
Iran-Krieg spaltet Frankfurt:
Schwere Spannungen bei Demonstrationen von Regime-Gegnern und Unterstützern
FRANKFURT AM MAIN – Der militärische Konflikt im Iran hat am Wochenende tausende Menschen in der Frankfurter Innenstadt auf die Straße getrieben. Die Sicherheitslage war angespannt, als sich Befürworter der amerikanisch-israelischen Luftschläge und Anhänger des iranischen Regimes in unmittelbarer Nähe gegenüberstanden. Die Polizei musste eine Versammlung wegen verfassungsfeindlicher Parolen auflösen.
1. Fronten in der Innenstadt: Monarchisten und Trump-Anhänger
Bereits am Samstag versammelten sich hunderte Menschen in der Frankfurter City, um ihre Unterstützung für einen politischen Umbruch im Iran auszudrücken. Auffällig war dabei die starke Präsenz von Anhängern des ehemaligen Schah-Sohnes Reza Pahlavi.
Forderungen: Die Demonstranten forderten den sofortigen Abbruch aller diplomatischen Beziehungen zur Islamischen Republik und die Einstufung der Revolutionsgarden (IRGC) als Terrororganisation.
Symbolik: Neben historischen iranischen Flaggen wurden vermehrt US-amerikanische und israelische Fahnen sowie Porträts von Donald Trump gesichtet. Auf Plakaten wurde die Allianz zwischen Pahlavi und der US-Regierung als „Two Leaders – one movement“ gefeiert.
2. Regime-Unterstützer und die Rolle der „Migrantifa“
Ein kontroverser Gegenpol bildete sich unter dem Motto „Hände weg vom Iran – Stoppt die US-israelische Aggression“. Rund 500 Teilnehmer zogen durch die Innenstadt, um gegen die militärischen Schläge zu protestieren.
Aggressive Stimmung gegen Presse: Beobachter berichteten von einer feindseligen Atmosphäre gegenüber Journalisten. Eine Rednerin bezeichnete die anwesenden Medienvertreter als „Zionistische Lügenpresse“ und forderte die Demonstranten auf, keine Interviews zu geben.
Bruch in der Linken: Die Organisation des Protests durch die propalästinensische Gruppe „Migrantifa“ löste scharfe Kritik innerhalb der linken Szene aus. Die Frankfurter Linken-Politikerin Mona Waissi kritisierte die Unterstützung eines Regimes, das im eigenen Land Linke und Kommunisten inhaftiert und hinrichtet, als „Verrat an universellen Menschenrechten“.
3. Polizeieinsatz und Versammlungsauflösung
Die Frankfurter Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz, um die verfeindeten Lager zu trennen.
Eskalation am Opernplatz: Als Aktivisten den Ruf der Freiheitsbewegung „Jin, Jiyan, Azadî“ (Frau, Leben, Freiheit) anstimmten, kam es zu Rangeleien mit Regime-Anhängern. Die Polizei musste mehrfach einschreiten, um körperliche Auseinandersetzungen zu verhindern.
Auflösung wegen Volksverhetzung: Einer der Aufmärsche wurde von der Polizei vorzeitig aufgelöst, nachdem ein Redner per Lautsprecher zur „Vernichtung Israels“ aufgerufen hatte. Die Versammlungsbehörde ordnete die sofortige Beendigung an; die Teilnehmer leisteten der Aufforderung unter lautem Protest Folge.
4. Kontext: Die Lage im Iran
Hintergrund der Proteste sind die verheerenden Nachrichten aus dem Iran. Berichten von Amnesty International zufolge sind bei den dortigen Unruhen seit Januar 2026 bereits über 3.000 Menschen durch Sicherheitskräfte getötet worden. Die UN-Sonderberichterstatterin befürchtet sogar Opferzahlen von bis zu 20.000. In Teheran und anderen Städten herrscht nach israelischen Luftschlägen auf militärische Infrastruktur und die Öl-Insel Kharg ein bürgerkriegsähnlicher Zustand.
Aktueller Status
Das Frankfurter Polizeipräsidium bleibt für das restliche Wochenende in erhöhter Alarmbereitschaft. Besonders israelische und jüdische Einrichtungen im Stadtgebiet stehen unter verstärktem Schutz, da die Behörden weitere spontane Solidaritätsbekundungen und potenzielle Übergriffe befürchten.
Quellenverzeichnis:
FAZ.NET: „Iran-Demos in Frankfurt: Tausende protestieren gegen und für den Krieg“ (15.03.2026)
ZDFheute: „Tausende demonstrieren gegen Regime in Iran“ (28.02.2026/Update März)
Amnesty International: „Proteste in Iran 2026: Stoppt die brutale Gewalt“ (14.03.2026)
Polizeipräsidium Frankfurt am Main: Pressemeldungen vom 14.03.2026 (ots)
Democ.de: „Israelfeindliche Versammlung von Regime-Anhängern“ (14.03.2026)
Redaktioneller Hinweis: Die Identität der im Bericht erwähnten Privatpersonen und Fotografen wird zum Schutz vor Repressalien durch Regime-Anhänger teilweise anonymisiert behandelt.
