Ostsee: Buckelwal ist frei

TIMMENDORFER STRAND | Wo tagelang ein 12 bis 15 Meter langer Koloss die Schlagzeilen beherrschte, bietet sich am Freitagmorgen ein leeres Bild. Reporter und Fotografen suchten das Wasser und den Horizont vergeblich ab – der Buckelwal, der die Ostsee seit Tagen in Atem hielt, ist verschwunden. Die intensiven Rettungsmaßnahmen des Vortags haben sich ausgezahlt: Das Tier schwimmt wieder in Freiheit.

Die dramatische Rettung in der Nacht

Nachdem ein erster Versuch mit einem kleinen Saugbagger am Dienstag gescheitert war, fuhren die Helfer am Donnerstag schweres Gerät auf. Ein Schwimmbagger hob eine Rinne aus, um dem Tier den Weg ins tiefe Wasser zu ebnen. Um den rettenden Bagger nah genug heranzubringen, wurde von Land aus sogar ein provisorischer Damm aufgeschüttet.

Der Wal zeigte sich am Abend deutlich vitaler als in den Tagen zuvor:

  • Akustische Motivation: Helfer versuchten das Tier mit Hupen, Rufen und Trommelschlägen zu animieren.
  • Lebenszeichen: Der Wal antwortete mit lautem Brummen und deutlich sichtbaren Blasfontänen.
  • Zentimeterarbeit: Meter um Meter kämpfte sich der Meeressäuger durch die ausgehobene Fahrrinne.

Letzte Sichtung vor Haffkrug

Obwohl die Aktion am späten Donnerstagabend wegen der Dunkelheit unterbrochen werden musste, war Bürgermeister Sven Partheil-Böhnke bereits optimistisch: Es fehlten nur noch wenige Meter bis ins tiefere Wasser. Diese scheint der Wal in der Nacht aus eigener Kraft überwunden zu haben.

Nach Informationen der „Lübecker Nachrichten“ wurde das Tier bereits vor dem benachbarten Haffkrug gesichtet. Meeresbiologe Robert Marc Lehmann fasst das kollektive Aufatmen zusammen: „Ich bin erst mal froh, dass er weg ist.“