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Öffentliche Quellen belegen den aktuellen Druck von US-Unterhändlern auf die Ukraine, den Donbass im Rahmen von Friedensverhandlungen aufzugeben, was international, insbesondere in der EU, auf Kritik stößt. Aus Sicht der ukrainischen Führung und vieler europäischer Beobachter ist eine solche Aufgabe jedoch nicht tragfähig, da sie Russland militärisch stärken, Putins Maximalziele begünstigen und die Ukraine strategisch und wirtschaftlich entscheidend schwächen würde, ohne dauerhaften Frieden zu garantieren.
🇺🇸 US-Unterhändler drängen die Ukraine zur Aufgabe des Donbass
Aktuelle Berichte aus öffentlichen Quellen deuten darauf hin, dass die Vereinigten Staaten im Rahmen von Friedensgesprächen Druck auf die Ukraine ausüben, den Donbass an Russland abzutreten oder ihre Truppen vollständig daraus abzuziehen.
Bestätigung aus Kiew: Ein hochrangiger Vertreter aus Kiew, der über die jüngsten Gespräche in Berlin zur Beendigung des russischen Angriffskrieges informiert wurde, teilte mit, dass US-Unterhändler die Ukraine weiterhin zu einer Aufgabe des gesamten Donbass (Regionen Donezk und Luhansk) auffordern.
Quelle: Kurier, Audimax, FOCUS online (Berichte vom 15.12.2025).
Strategischer Kontext: Die Forderung der US-Seite nach einem vollständigen Abzug der ukrainischen Truppen aus dem gesamten Donbass entspricht einer Voraussetzung für eine Waffenruhe, die bereits vom Kreml-Berater Juri Uschakow genannt wurde.
Quelle: Kurier (15.12.2025), Spiegel (12.12.2025).
Widerstand in Europa: Die Berichte erwähnen, dass dieser Druck trotz Warnungen der Europäischen Union erfolgt, deren Vertreter befürchten, dass eine solche Einigung zu vorteilhaft für Russland ausfallen könnte. Die EU drängt die USA, die Ukraine weiter zu unterstützen und sie nicht in einen „Diktatfrieden“ zu drängen.
Quelle: Audimax (15.12.2025), ZDFheute (13.12.2025).
US-Friedensplan: Zuvor wurde bekannt, dass ein von den USA vorgelegter Friedensplan in seiner ursprünglichen Fassung vorsah, den Donbass als russisch anzuerkennen, was in Kiew und Europa auf Ablehnung stieß.
Quelle: DIE ZEIT (21.11.2025), Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (Chronologie).
🛑 Warum eine Aufgabe des Donbass nicht funktionieren würde
Die ukrainische Führung lehnt eine Gebietsabtretung kategorisch ab, da sie befürchtet, dass dies nicht zu einem dauerhaften Frieden führen, sondern das Gegenteil bewirken würde.
1. Militärische und strategische Risiken
Sprungbrett für künftige Angriffe: Präsident Wolodymyr Selenskyj betonte, dass der Donbass für Russland ein „Sprungbrett für einen neuen, zukünftigen Angriff“ wäre, ähnlich wie die Krim für den Angriff auf die Südukraine. Eine Aufgabe würde Russland Vorbereitungen für neue Angriffe auf Regionen wie Charkiw, Saporischschja und Dnipropetrowsk ermöglichen.
Quelle: Newstime (12.08.2025), Kleine Zeitung (119 Tage alt).
Verlust wichtiger Verteidigungslinien: Die Ukraine würde kampflos Gebiete verlieren, die sie seit 2014 teilweise halten konnte. Im Donbass liegen gut befestigte Verteidigungsanlagen, deren Verlust Russland einen ungehinderten Vorstoß ins offene Steppenland in Richtung Westen ermöglichen könnte.
Quelle: Kleine Zeitung (119 Tage alt), Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg (Chronologie).
Putins Maximalziel: Politiker wie die EU-Außenbeauftragte Kallas warnen, dass die Einnahme des gesamten Donbass nicht Russlands Endziel sei. Wenn der Donbass fällt, bestehe die Gefahr, dass Russland „definitiv weiterkämpfen [wird], um die ganze Ukraine einzunehmen.“
Quelle: Deutschlandfunk (15.12.2025), ZDFheute (15.12.2025).
2. Wirtschaftliche und politische Bedeutung
Wichtige Bodenschätze: Der Donbass ist bekannt für seine Industrie und seinen Bergbau. Jüngste Entdeckungen von Seltenen Erden wie Lithium, Titan und Kobalt in der Region machen ihn auch wirtschaftlich zu einem äußerst wertvollen Gebiet für die moderne Technologie. Ein Verlust würde diese Vorkommen unter Moskauer Kontrolle bringen.
Quelle: Audimax (15.12.2025), BR24 (109 Tage alt).
Landverbindung zur Krim: Der Donbass ist essenziell für die Landverbindung zur bereits besetzten Halbinsel Krim und würde Russland die vollständige Kontrolle über die Küste des Asowschen Meeres sichern.
Quelle: BR24 (109 Tage alt), DGAP (2022).
Verstoß gegen die eigene Souveränität: Eine erzwungene Abtretung von Gebieten, die international als ukrainisches Staatsgebiet anerkannt sind, würde einen Präzedenzfall schaffen und die ukrainische Souveränität untergraben, ohne eine Garantie für dauerhaften Frieden zu bieten.
⚠️ Welche Risiken eine Aufgabe zur Folge hätte
Eine Aufgabe des Donbass hätte für die Ukraine und die europäische Sicherheitsordnung schwerwiegende Konsequenzen:
| Risiko | Auswirkungen | Belegende Quelle(n) |
| Erneuter Angriff | Russland würde ein strategisch günstiges Sprungbrett und eine konsolidierte Landbrücke zur Krim erhalten, was die Vorbereitung und Durchführung weiterer Invasionen in die restliche Ukraine erleichtern würde. | Newstime (12.08.2025), DGAP (2022) |
| Kontrollverlust | Verlust der wichtigsten Verteidigungsanlagen und des Puffergebiets vor den Großstädten in der Zentralukraine. Gefahr eines schnellen russischen Vorstoßes in offenes Steppenland. | Kleine Zeitung (119 Tage alt), Landeszentrale für politische Bildung (Chronologie) |
| Wirtschaftlicher Schaden | Verlust wichtiger industrieller Kapazitäten und Bodenschätze (Kohle, Erze, Seltene Erden wie Lithium und Titan), die für die ukrainische und europäische Wirtschaft relevant sind. | Audimax (15.12.2025), BR24 (109 Tage alt) |
| Humanitäre Katastrophe | Hunderttausende ukrainische Bürger geraten unter russische Besatzung oder müssten fliehen. Berichte über Folter und Repressionen in den bereits besetzten Gebieten deuten auf die Gefahr für die Zivilbevölkerung hin. | Kleine Zeitung (119 Tage alt), Stiftung Wissenschaft und Politik (2019) |
| Präzedenzfall | Der Verzicht auf völkerrechtlich anerkanntes Staatsgebiet unter militärischem Druck würde das internationale Prinzip der Nichteinmischung und territorialen Integrität schwächen. | DGAP (2022) |
