ver.di: Warnstreik am 02.02.2026

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München / Augsburg, 30. Januar 2026

ÖPNV-Streik am Montag: ver.di ruft auch in Augsburg zu ganztägigen Warnstreiks auf

In der aktuellen Tarifrunde bei den kommunalen Nahverkehrsunternehmen erhöht die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) den Druck. Die Beschäftigten in ganz Bayern sind für Montag, den 02. Februar 2026, zu ganztägigen Warnstreiks aufgerufen.

Besonders betroffen ist neben den Metropolen München und Nürnberg auch die Stadt Augsburg. Fahrgäste im Augsburger Stadtgebiet müssen sich am Montag auf erhebliche Einschränkungen im Linienbetrieb der Busse und Straßenbahnen einstellen.

Die wichtigsten Fakten zum Streiktag:

  • Betroffene Bereiche: Alle Verkehrsunternehmen unter dem Tarifvertrag Nahverkehr (TV-N). Dies umfasst insbesondere den innerstädtischen Verkehr in Augsburg, München, Nürnberg, Regensburg, Bamberg, Passau, Landshut und Schweinfurt.

  • Nicht betroffen: Die S-Bahnen sowie Regionalzüge, da diese von der Deutschen Bahn betrieben werden und einem anderen Tarifvertrag unterliegen.

  • Dauer: Der Streik ist ganztägig angesetzt und beginnt mit dem Betriebsstart am Montagmorgen.


Warum wird gestreikt?

Der TV-N regelt die Arbeitsbedingungen für ca. 9.000 Beschäftigte in über 20 bayerischen Betrieben. Die Forderungen von ver.di umfassen:

  1. Entgeltsteigerung: Eine Erhöhung um 668,75 €, um Lohnunterschiede innerhalb der Stadtwerkekonzerne auszugleichen und den Anschluss an die Gehälter in Nachbarbundesländern wie Baden-Württemberg zu finden.

  2. Arbeitszeitverkürzung: Eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit sowie die Verlängerung der Mindestruhezeit auf elf Stunden zum Schutz der Gesundheit im Schichtdienst.

  3. Strukturreform: Die Trennung von Entgelt- und Mantel-Tarifverträgen, um Arbeitsbedingungen langfristig zu sichern.

„Die Eskalation in der Tarifrunde liegt allein in der Verantwortung der Arbeitgeberseite“, so Katharina Wagner, Branchenkoordinatorin für Busse und Bahnen. „Einzig zu einem Tarifabschluss, bei dem uns die Bedingungen diktiert werden, waren wir nicht bereit.“

Ausblick

Sinan Öztürk, stellvertretender Landesbezirksleiter ver.di Bayern, betont die Dringlichkeit: „Wir erwarten ein positives Signal der Arbeitgeber schon vor der zweiten Verhandlungsrunde am 13. Februar. Andernfalls ist mit einer steigenden Intensität der Streiks in den kommenden Wochen zu rechnen.

Ohne attraktive Arbeitsbedingungen und eine solide Finanzierung durch Bund und Länder lässt sich der Personalmangel im ÖPNV nicht beheben. Wer nur auf Sparmaßnahmen setzt, gefährdet laut ver.di die nachhaltige Verkehrswende.