Mobbing in der Feuerwehr? P4

[FPA SWN • Molfsee]

Wir haben bereits berichtet: Erstbericht, Folgebericht, Anschlussbericht

Nach langem Warten liegt nun eine detaillierte Stellungnahme der Gemeinde Molfsee vor. Darin weist der Bürgermeister die Vorwürfe des Geschädigten entschieden zurück. Laut Gemeindeverwaltung handhabe die Feuerwehr den Umgang mit Blaulichtfotografen ‚transparent und regelkonform‘ – ein Mobbing finde nicht statt.

Die Gemeinde versucht in ihrem Schreiben, die erhobenen Vorwürfe Punkt für Punkt als Missverständnisse oder Eigenverschulden darzustellen. So heißt es zur umstrittenen Rückgabe der Ausrüstung, der Betroffene habe den Funkmeldeempfänger ‚eigenständig und ohne Aufforderung‘ zurückgegeben. Auch ein Ausschluss aus der digitalen Kommunikation wird dementiert: Ein Chatverlauf zeige angeblich, dass der Betroffene ‚selbstständig aus der [WhatsApp-]Gruppe ausgetreten‘ sei.

Besonders brisant: Während der Geschädigte von Ausgrenzung spricht, behauptet die Gemeinde, man habe ihn am Abend einer (später wegen formaler Fehler beanstandeten) Abstimmung ‚nicht allein gelassen‘. Ein Gruppenführer habe bis weit nach Mitternacht das Gespräch gesucht. Auch die Kritik an der fachlichen Eignung wird nun öffentlich zum Thema gemacht: Die Entscheidung gegen den Feuerwehrmann beruhe auf einer ‚Gesamtbeurteilung der Eignung‘, da es bei grundlegenden Aufgaben ‚wiederholt Schwierigkeiten‘ gegeben habe.

Diese detaillierte Auflistung wirkt jedoch wie eine gezielte Verteidigungsstrategie, um die wachsamen Augen der Presse zu besänftigen. Anstatt die Vorwürfe des Mobbings und der mangelnden Kommunikation intern aufzuarbeiten, rückt die Gemeinde die Aktivitäten des Betroffenen in den sozialen Medien in den Fokus und wirft ihm vor, ein ‚verzerrtes Bild‘ der Feuerwehr zu vermitteln. Die Stellungnahme liest sich damit weniger wie eine Aufklärung, sondern eher wie eine pauschale Rechtfertigung, um die komplexen Hintergründe des Falls unter dem Deckmantel der ‚Regelkonformität‘ zu begraben.